Wie das Blatt vom Baum fällt,
so will auch ich das Vergangene loslassen.
Er soll mir ein Lehrmeister sein
im leuchtenden Feuerwerk seiner Farbenpracht.
So unbeschreiblich schön er sich noch im Herbstkleid ziert,
so prächtig auch seine Baumkrone im Sonnenglanz sich gen Himmel streckt
und seine Farben erstrahlen, dass mir vor Staunen der Atem stockt,
so hält er dennoch nicht an jener Schönheit fest,
sondern gibt sich der fortlaufenden Zeit weise hin,
und wird zu einem Bestandteil ihrer Bestimmung;
unmerklich aber unausweichlich.
Ein verzweifeltes Festhalten würde ihm nichts nützen
und brächte nur Unheil und Tod über ihn.
Denn wie sonst sollte ein neuer Frühling als Neubeginn sich ans Werk machen
und den Baum im Blütenzauber eines zauberhaften Anfangs schmücken?
Ach lieber Baum, wie gut, dass es Dich gibt!
© lyrikjo