Eine Regentropfengeschichte

Vom Himmel prasselten Regentropfen auf die Erde hernieder. Doch einer von den vielen unzähligen Regentropfen wollte es seinen nassen Kameraden nicht gleichtun. So bat er den Wind um Hilfe: „Schick mich überallhin, lieber Wind, aber nicht auf den Acker oder Asphalt, ich möchte auch nicht im Gartenstrauch landen und auch nicht auf einem Hausdach.“

„Nun gut“, sagte der Wind, „ich werde deinen Wunsch erfüllen!“

Behutsam blies der Wind und wirbelte den einen Tropfen auf ein Seerosenblatt in einem Froschteich. Als es aufhörte zu regnen, lag er immer noch da und glitzerte in der Sonne. Da kam eine Hummel angeflogen, ein richtiges, pelziges Pummelchen. Sie ruhte sich auf dem Seerosenblatt aus und streckte durstig ihren Rüssel in den Regentropfen.

„Ach, schmeckt das herrlich frisch!“ brummte die Hummel genüsslich, bis nichts mehr vom Regentropfen auf dem Seerosenblatt übrigblieb. Im Bauch der Hummel begriff der Regentropfen, dass es egal war, wohin er auf die Erde fällt.Denn ein jeder Platz, den er und seine Regentropfenkameraden einnehmen, hat einen wertvollen Nutzen.

© lyrikjo

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