Des Windes Zorn

Es heult der Wind

wie ein hungriger Wolf

durch tief schwarze Nacht.

Unbarmherzig knickt er

Äste und Zweige von den Bäumen,

die im blassen Licht des Mondes

wie bizarre Gestalten sich biegen, ächzen und knarren.

Zornig und warnend klingt sein tobendes Geheul,

„wehe dem, der nicht mit der Erde verwurzelt!“

Ein wütender Tanz, den niemand bändigen kann!

Schwere, aufgetürmte Wolken

treibt er wie hilflose Riesen vor sich her

und formt sie nach Lust und Laune zu Phantasiegebilden.

Mal sind sie nur graue, zerfetzte Schleier,

die im Mondschein vorbeiziehen

und dann wieder gewaltige, dunkle Massen,

die wie gierige Drachen den Mond verschlingen.

Wie ein entfesselter Geist, der keine Ruhe findet,

so zieht der Wind durch das in Nacht gehüllte Land

und erst im Morgengrauen scheint er besänftigt.

Mit immer leiser werdenden Wehrufen

säuselt er sich schließlich davon

und hinterlässt beeindruckende Spuren seines nächtlichen Zornes.

Copyright J. Wetterau-Badura
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