Eine kleine Träne
so klar wie ein Kristall
verirrte sich im Labyrinth
eines verschlossenen Herzens.
Sie wollte geweint werden
ob vor Freud oder Leid,
beides war ihr recht.
Nur hinaus wollte sie
aus dem dunklen Kerker,
in dem es monoton pochte und hämmerte.
Nicht Lebenslust noch Verdruss sie dort spürte.
Es klopfte und klopfte rings um sie herum
an des Herzens Wänden,
scheinbar ohne Fenster noch Tür;
und so weinte sie lautlos in sich hinein
und flüsterte dem Herzen einen Liebessschwur zu,
immer und immer wieder;
bis eines Tages,
ganz unverhofft,
sie in ein wärmendes und lächelndes Gesicht schaute.
Es war die Sonne,
die sich mit ihrem Glanz in ihr widerspiegelte
und diese Träne zu einer freudigen Kostbarkeit verwandelte.
Wie glücklich es sie doch machte, mit dem Herzen zu lachen!